Was ist das Besondere am Waldkindergarten?

Die Kinder bewegen sich tagtäglich in der Regel vier Stunden in der frischen Waldluft. Die erholsame Umgebung stärkt insbesondere das Immunsystem. Die Anfälligkeit für Infektionskrankheiten wird verringert. Durch die Bewegung auf dem unebenen Waldboden wird die Muskulatur gekräftigt und die Körperbeherrschung gefördert.

Der natürliche Bewegungsdrang kann ungehindert ausgelebt werden. Der Freiraum im Wald bietet den individuellen Bewegungsbedürfnissen der Kinder eine Vielfalt an Möglichkeiten. Somit kann jedes Kind nach seinem eigenen Tempo und Fähigkeiten agieren.

Die Kinder können die Stille im Wald erleben. Diese ist von unschätzbarem Wert für die allgemeine Differenzierung des Wahrnehmungsvermögens, das Finden von Stabilität durch innere Ruhe und die Förderung der Konzentration. Dies kommt auch dem sozialen Miteinander zugute.

Unmittelbares Erleben, eigene Erfahrungen mit allen Sinnen anstelle von Projektionen aus zweiter Hand (Fernsehen, Bücher, Erzählungen) geben Selbstwertgefühl, lassen Kräfte bewusst werden und erweitern den eigenen Handlungsspielraum.

Über das Spielen mit Scheren, Steinchen, Kiefernnadeln etc. wird die Feinmotorik der Kinder geschult. Ebenfalls wird über verschiedene Übungen (Bücher vorlesen, Bücher betrachten, frühstücken, Beobachten von kleinen Insekten) das Stillsitzen erlernt. Dies sind wichtige Vorbereitung auf die spätere Schulzeit.Stillsitzen und Konzentrieren können die Kinder besonders gut, die ausgeglichen und in ihrer Entwicklung ein inneres Gleichgewicht gefunden haben.

  • Bewegung: Dem natürlichen Bewegungsdrang eines Kindes wird ein Waldkindergarten gerecht. Der Wald ist ein optimales psychomotorisches Übungsfeld. Klettern, Springen,  Rollen, Balancieren… wechseln mit stillen, intensiven Beobachtungen und feinmotorischen Handlungen ab.

  • Platz: Ohne Türen und Wände zum Spielen, Staunen, Toben,  Lauschen, Träumen, Lachen, Singen, Matschen… Stille und Weite unterstützen die Konzentrationsfähigkeit. Durch unsere kleine Gruppe ohne räumliche Begrenzung entwickelt sich ein vertrauensvoller und respektvoller Umgang miteinander und der Naturumgebung

  • Naturerlebnisse: bietet der Wald hautnah und direkt erfahrbar. Im Rhythmus der Natur wird das Eingebundensein in sie in seiner ganzen lebendigen Wechselwirkung erlebt. Die Natur  unterstützt und fördert Neugierde, Entdeckungsfreude, Forschen, Ausprobieren.  Die Kinder eignen sich Naturwissen dabei ganz beiläufig an. Frische Luft bei Wind und Wetter stärkt das Immunsystem und fördert die Körperwahrnehmung.

  • Die Sinne: werden im Wald täglich beansprucht und vielseitig angeregt. Unterscheidungen werden unmittelbar wahrgenommen, prägen das Lernen und sensibilisieren das Wahrnehmungsvermögen.

  • Soziale Verantwortung: Die Teamfähigkeit und Kommunikation werden gefördert. Lange Baumstämme lassen sich nur gemeinsam bewegen - da wird verhandelt und angepackt, auf einander geachtet, sich gegenseitig geholfen und gemeinsam an den Wartepunkten gewartet. Die Naturumgebung ist das lebendige Gesamtgefüge, in dem jedes Kind seine Beziehung zu ihr aufbaut und dabei eine selbstverständliche Achtsamkeit entwickelt.

  • Die Phantasie: hat freien Lauf. Ohne vorgefertigtes Spielmaterial wird die Kreativität und Vorstellungskraft jedes Kindes gefördert und regt die Sprachentwicklung an.